Blick in das Unternehmen





"Hier hat jeder Stuhl eine Seele"
Eine Werksbesichtigung bei HAIDER BIOSWING in Pullenreuth

Wer sich nicht auskennt, würde sich in dem Labyrinth aus Hochregalen, Werkzeugbänken und Tischtennisplatten unweigerlich verirren. Gut, dass Eduard Haider vorangeht. Während Andere in seinem Alter den Ruhestand antreten, ist der hoch gewachsene Firmengründer höchst agil: Mit großen Schritten läuft er durch seine Produktionshallen und blickt nur ab und zu nach hinten, ob die ihm Nachfolgenden Schritt halten können. Auffällig ist, wie sauber das Haider-Werk ist, obwohl hier unter der Woche mit Hochdruck gearbeitet wird. Der Firmenchef hebt beide Arme: "Das sagen Sie! Ich könnte sofort hier und dort Hand anlegen ..." Eduard Haider ist nun mal ein Perfektionist.

Staunend stehen die Besucher vor den scheinbar endlosen Reihen von Tischtennisplatten, die hier gefertigt werden. "Das sind Turniertische für den Turnierbereich. Für sie gelten sehr strenge Auflagen, die nur wenige Produktionen erfüllen können. Wir liefern die Tische in die ganze Welt, für Landesmeisterschaften und Weltmeisterschaften", berichtet Eduard Haider nicht ohne Stolz. Mit den Tischtennisplatten hat 1970 alles angefangen, als Haider die Turniertische für eine Bayreuther Firma konstruierte. Später machte er sich selbstständig, um die Tische "von der Wurzel an" zu produzieren. Haider entwickelte das Kompaktsystem, das auch heute noch das Maß der Dinge im Turnierbereich ist. Er besitzt im Bereich Tischtennisplatten viele Patente und marktführendes Know-how. 18.000 Turniertische produziert Haider pro Jahr.

Durch die Hallen der Einzelteilefertigung geht es in das mechanische Bearbeitungs-Zentrum, in die Schweißerei und weiter in die Oberflächenbehandlung ,wo viele Komponenten durch ein Lackbad laufen, das ihnen nicht nur Farbe verleiht, sondern auch eine besondere Langlebigkeit. Die „Hochzeit“ der aus vielen Einzelteilen bestehenden Produkte wird in separaten Hallen und speziellen, auf das jeweilige Produkt abgestimmten Montagestraßen und -stationen vorgenommen. Zum Schluss durchfährt jedes Produkt die Qualitätskontrolle mit strengen Abnahmekriterien und anspruchsvollen Meßgeräten. Das Herzstück aller Produkte entsteht in der eigenen Entwicklungsabteilung, erste Muster im Prototypenbau und die für die Serienfertigung erforderlichen Einrichtungen im Werkzeugbau. Alexander Haider kommentiert: „Der Vorteil unserer Unternehmensstruktur ist der zusammenhängende Entwicklung- und Fertigungsablauf. Wir haben alles dafür erforderliche im Haus und „kleine Wege“ sorgen für eine optimale Abstimmung in den Abteilungen. Qualität und Präzision und der hohe Anspruch an ein Produkt werden so zur Unternehmenskultur und das Team weiß von Anfang bis zum Ende das Resultat ihrer Arbeit. Es ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, dass die Mitarbeiter diesen Prozess verfolgen können und jeder in seinem Verantwortungsbereich dafür Sorge trägt Qualität und Hochwertigkeit zu produzieren. Die Motivation und die Identifikation zum Produkt dadurch steigt.“
Viele Geräte die zum Testen der Dauerfestigkeit dienlich sind werden von Haider selbst entwickelt, um die anspruchsvollen Testprofile auch vornehmen zu können. Standardgeräte gibt es diesbezüglich oft nicht zu kaufen.

Jedes Produkt bekommt die Zeit und Aufmerksamkeit, die ihm zusteht. Vielleicht ist es das, was die Stühle zu etwas ganz Besonderem werden lässt: Hier hat jedes Produkt und jeder Stuhl eine Seele.

Eduard Haider: "Wissen Sie, es gab für mich immer einen Beweggrund, und der lohnte es auch, viel Arbeit zu investieren. Er lautet: Zum Nutzen des Menschen."


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